Logo Rems Murr Kreis
Das hat bei uns Saison

Das hat bei uns Saison

Johannisbeeren - kleine Beeren, große Klasse

 

Sie leuchten rot, schwarz oder fast durchsichtig weiß an den Sträuchern, schmecken angenehm säuerlich und gehören zu den unkompliziertesten Obstgehölzen überhaupt: Johannisbeeren. Wer im Rems-Murr-Kreis aufgewachsen ist, kennt sie vermutlich aus Omas Garten, denn kaum ein Selbstversorgergarten zwischen Waiblingen, Backnang und Schorndorf kommt ohne mindestens einen Johannisbeerstrauch aus. Zeit, der vielseitigen Beere einen genaueren Blick zu widmen.

 

Steckbrief Johannisbeere

 

Botanischer Name: Ribes rubrum (Rote und Weiße Johannisbeere), Ribes nigrum (Schwarze Johannisbeere)

Familie: Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)

Herkunft: Europa und Teile Asiens; in Mitteleuropa seit Jahrhunderten kultiviert

Wuchs: Sommergrüner Strauch, etwa 1 bis 2 Meter hoch, ohne Stacheln

Blüte: April bis Mai, unscheinbare grünlich-gelbe Blütentrauben

Erntezeit: Ende Juni bis August; der Name kommt nicht von ungefähr: Rund um den Johannistag am 24. Juni reifen die ersten Beeren

Standort: Sonnig bis halbschattig, humoser, gleichmäßig feuchter Boden

Lebensdauer: Gut gepflegte Sträucher tragen 15 Jahre und länger

Besonderheit: Selbstfruchtbar - ein einzelner Strauch trägt also auch allein, mehrere Sorten nebeneinander erhöhen aber den Ertrag

 

Rot, Schwarz oder Weiß?

Die drei Farbvarianten unterscheiden sich nicht nur optisch. Rote Johannisbeeren sind die Klassiker: fruchtig-sauer, ideal für Kuchen, Gelee und den berühmten Träubleskuchen, wie er im Schwäbischen heißt. Im Rems-Murr-Kreis ein fester Bestandteil sommerlicher Kaffeetafeln. Schwarze Johannisbeeren schmecken herber und intensiver, ihr hoher Gehalt an Vitamin C und Anthocyanen macht sie zur Nährstoffbombe unter den Beeren. Sie landen gern in Säften, Likören wie dem französischen Cassis oder in Marmeladen. Weiße Johannisbeeren sind eigentlich eine Farbmutation der roten, schmecken aber milder und süßer, also perfekt zum Naschen direkt vom Strauch.

 

Kleine Beere, viel drin

Johannisbeeren haben es in sich: Schon 100 Gramm schwarze Johannisbeeren decken den Tagesbedarf an Vitamin C mehr als deutlich – sie enthalten etwa drei- bis viermal so viel wie Zitronen. Dazu kommen Kalium, Eisen, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ wirken. 

 

Anbau im eigenen Garten - auch im Remstal ein Kinderspiel

Das milde Klima im Rems-Murr-Kreis, das schon den Weinbau an den Hängen des Remstals begünstigt, bekommt auch Johannisbeeren bestens. Die Sträucher sind robust, frosthart und stellen wenige Ansprüche. Wer im Herbst pflanzt, kann sich oft schon im übernächsten Sommer über die erste nennenswerte Ernte freuen.

 

Frisch vom Markt oder selbst gepflückt

Wer keinen eigenen Garten hat, wird in der Saison auf den Wochenmärkten der Region fündig, etwa in Waiblingen, Winnenden oder Schorndorf, wo regionale Erzeuger ihre Beeren frisch anbieten. Auch einige Obsthöfe und Selbstpflückfelder im Landkreis haben Beerenobst im Sortiment (am besten vorab direkt beim Hof nachfragen, was gerade reif ist).

Wichtig beim Einkauf oder Pflücken: Johannisbeeren reifen nach der Ernte nicht nach. Pralle, glänzende Beeren mit frischen grünen Stielen sind das beste Qualitätsmerkmal. Im Kühlschrank halten sie sich zwei bis drei Tage, eingefroren - am besten zunächst einzeln auf einem Tablett - bleiben sie monatelang verwendbar.

 

Fazit

Johannisbeeren sind das ideale Beerenobst für alle, die mit wenig Aufwand viel ernten wollen und sie passen perfekt in die Gartenlandschaft des Rems-Murr-Kreises, wo regionales Obst und Selbstversorgung Tradition haben. Ob als Strauch im Garten, frisch vom Wochenmarkt oder als Träubleskuchen auf dem Sonntagstisch: Diese kleinen Beeren haben sich ihren festen Platz im Sommer redlich verdient.